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Cloudflare fordert vertrauenswürdige Identität und Verantwortlichkeit für KI-Agenten

5. November 2026, 18:03Quelle: Cloudflare
Cloudflare fordert vertrauenswürdige Identität und Verantwortlichkeit für KI-Agenten
Bild: Cloudflare

Cloudflare fordert neue Wege, um die Beziehung zwischen Websites und Nutzern zu erhalten, während KI-Agenten zunehmend online im Auftrag von Menschen handeln. Nach Ansicht des Unternehmens benötigen Websites Mechanismen für Identität, Reputation und Verantwortlichkeit, wenn ein Agent zwischen ihnen und der von ihm vertretenen Person steht.

Das Wichtigste in Kürze
  • Cloudflare zufolge erschweren KI-Agenten es Websites, Nutzer zu identifizieren und zur Verantwortung zu ziehen.
  • Das Unternehmen argumentiert, dass CAPTCHAs und Zugriffsbeschränkungen das umfassendere Vermittlungsproblem nicht lösen.
  • Cloudflare hebt MOLE und x402 als Protokollansätze für Interaktionen im Web hervor.
  • Cloudflare bezeichnet Web Bot Auth als bevorzugte Methode für die Identität von Agenten.
  • Das Unternehmen will, dass Nutzer über Agenten weiterhin gleichberechtigten oder besseren Zugang zu Websites behalten.

KI-Agenten schaffen ein Vermittlungsproblem

In einem Beitrag vom 5. November 2026 beschreibt Cloudflare persönliche KI-Agenten als Automatisierungen, die Anweisungen eines menschlichen Nutzers entgegennehmen und ein Ziel verfolgen, indem sie einen Cloud-Computer oder Browser steuern. Sie werden üblicherweise von einem Betreiber als Teil eines Managed Service oder eines Angebots für Endkunden gehostet und gewartet. Als Beispiele nennt der Beitrag Muse von Meta und dots von OpenAI.

Aus Sicht einer Website kann ein Agent wie ein Mensch wirken, der eine Aufgabe erledigt, oder wie ein einzelner Besucher, der für mehrere Nutzer handelt. Dadurch wird es für die Website schwieriger, die Personen hinter den Aktivitäten zu erkennen, zu bedienen und zur Verantwortung zu ziehen. Cloudflare zufolge kann die Website am Ende die Kosten tragen, wenn etwas schiefgeht.

Das Unternehmen vergleicht Agenten mit Cloud-Browsern und Proxys, die ebenfalls zwischen einem Nutzer und einer Website stehen. Neu ist laut Cloudflare jedoch das Ausmaß und die Entwicklung des agentischen Datenverkehrs. Agenten können rund um die Uhr handeln, parallel arbeiten und Reibung tolerieren, die einen Menschen abschrecken würde. Das stellt Annahmen infrage, auf denen Kapazitätsplanung, Sicherheit und Geschäftsmodelle von Websites beruhen.

Warum CAPTCHAs und Zugriffskontrollen nicht ausreichen

Cloudflare veranschaulicht das Problem mit Ezra, einem persönlichen Assistenten, der für mehrere Kunden Besorgungen erledigt. Ein Lebensmittelhändler sieht möglicherweise nur Ezra und weiß nicht, zu welchem Kunden eine Bestellung gehört. Widerspricht ein Kunde einem Kauf, kann es für das Geschäft schwierig sein, nachzuweisen, wer ihn autorisiert hat. Wenn ein anderer Kunde mögliche Passwörter bereitstellt und Ezra diese bei einer Bank ausprobiert, könnte ein Ausschluss von Ezra auch legitime Kunden blockieren.

Dasselbe Problem kann auftreten, wenn ein KI-Agent mehrere Nutzer vertritt. Eine Website erkennt möglicherweise schädliche Aktivitäten, verfügt aber nicht über die nötigen Informationen, um den verantwortlichen Nutzer, Agenten oder Betreiber zu identifizieren. Cloudflare zufolge trägt die Website häufig die Hauptkosten dieser Ungewissheit.

Der Beitrag argumentiert, dass die Aufforderung an einen Nutzer, ein CAPTCHA zu lösen, lediglich beweist, dass in diesem Moment ein Mensch anwesend war. Sie identifiziert nicht die Person, für die der Agent handelt, und legt auch nicht fest, wer später verantwortlich ist. Eng begrenzte Berechtigungen reichen ebenfalls nicht aus, wenn Agenten für Nutzeraufgaben weitreichenden Zugriff benötigen. Eine Berechtigung zeigt, was ein Agent tun durfte, aber nicht, wer bei einem Fehler dafür einsteht.

Protokolle für Identität und Verantwortlichkeit

Cloudflares vorgeschlagene Richtung basiert auf dem sogenannten „Intermediation Principle“: Die Geschäftsbeziehung zwischen Nutzern und Websites sowie die Sicherheitsverantwortung jedes Beteiligten soll unabhängig von einer Vermittlung gewahrt bleiben. Das Unternehmen sagt, Websites sollten einen Nutzer erkennen, bedienen und zur Verantwortung ziehen können, wenn dieser über einen Agenten handelt. Gleichzeitig sollten sie auch den Agenten und dessen Betreiber erkennen und zur Verantwortung ziehen können.

Der Beitrag nennt Protokolle als einen Teil dieser Bemühungen. MOLE wird als ein bevorstehender Ansatz beschrieben, der eine Ratenbegrenzung ohne nutzerspezifische Kennungen ermöglichen soll. Cloudflare verweist außerdem auf das x402-Protokoll, das datenschutzfreundliche Zahlungen im Web ermöglichen soll.

Für die Identität von Agenten bevorzugt Cloudflare nach eigenen Angaben Web Bot Auth oder WBA. WBA ermöglicht es einem Agenten, seine Anfragen zu signieren, wodurch der Agent und indirekt auch sein Betreiber identifiziert werden können. Cloudflare zufolge ist zusätzliche Arbeit nötig, wenn mehrere Vermittler beteiligt sind, etwa wenn ein Agent innerhalb eines Browsers einen anderen Agenten nutzt.

Für Nutzer verfolgt das Unternehmen nach eigenen Angaben das Ziel eines Internets, in dem Menschen weiterhin gleichberechtigten oder besseren Zugang zu Websites haben. Agenten sollen privates Surfen ermöglichen, während sensible Dienste wie Banken zusätzliche Verifizierungen verlangen können. Der Vorschlag konzentriert sich daher darauf, Websites genügend Informationen zu geben, damit sie ihre Richtlinien anwenden und Verantwortlichkeit zuweisen können, ohne dass ein Agent einen Menschen imitieren oder bei jeder Aktion ein Mensch beteiligt sein muss.

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