NEURA, E.ON und enviaM bringen Physical AI in Energienetze

NEURA Robotics, die E.ON und die enviaM-Gruppe arbeiten gemeinsam daran, Physical AI für kritische Energieinfrastruktur zu entwickeln und einzusetzen. Dazu gehören Netzinspektionen, die Überwachung von Anlagen sowie die Unterstützung bei gefährlichen oder sich wiederholenden Arbeiten. MITNETZ STROM, die Netztochter von enviaM, will erste Anwendungen 2027 im realen Betrieb testen.
- NEURA, E.ON und enviaM entwickeln Physical AI für die Energieinfrastruktur.
- MITNETZ STROM will erste Anwendungen 2027 testen.
- Zu den frühen Anwendungsfällen gehören Inspektionen, Anlagenüberwachung und Standortüberwachung.
- Das Training kombiniert menschliche Demonstrationen, Roboterdaten und Simulationen.
- E.ON und enviaM behalten die Kontrolle über ihre Daten und trainierten Fähigkeiten.
Vom Robotertraining zum Netzbetrieb
Die Partnerschaft setzt auf Neuraverse, die offene Physical-AI-Plattform von NEURA Robotics, um das Training von Robotern mit ihrem späteren Einsatz zu verbinden. E.ON und enviaM beteiligen sich am von NEURA betriebenen TUM RoboGym. Dort werden Roboterfähigkeiten anhand menschlicher Demonstrationen, realer Roboterdaten und Simulationen entwickelt.
Zu den möglichen ersten Anwendungen gehören Inspektionen, die Überwachung kritischer Anlagen wie Umspannwerke sowie die Unterstützung bei der Standortüberwachung. Die Partner wollen außerdem Aufgaben in potenziell gefährlichen Umgebungen prüfen. Die Fähigkeiten werden zunächst unter kontrollierten Bedingungen entwickelt und getestet, bevor MITNETZ STROM sie im realen Netzbetrieb evaluiert.
Das von NEURA betriebene TUM RoboGym wurde im Oktober 2026 am LabCampus des Flughafens München eröffnet. Das Zentrum erstreckt sich über mehr als 2.300 Quadratmeter und verbindet Forschung, Robotertraining und industrielle Anwendungen. Unternehmen aus mehr als zehn Branchen trainieren dort bereits Roboter für spezifische Arbeitsabläufe.
Mitarbeiter helfen bei der Definition der Roboterfähigkeiten
Zu Beginn des Projekts werden interdisziplinäre Teams von E.ON, MITNETZ STROM und NEURA konkrete Anwendungsfälle identifizieren. Netzexperten bringen ihre praktischen Erfahrungen und Anforderungen ein. NEURA unterstützt die Entwicklung der erforderlichen Roboterfähigkeiten und stellt über das NEURA Gym und Neuraverse die Trainings- und Softwareinfrastruktur bereit.
Das NEURA Gym kombiniert drei Quellen physischer Erfahrungen. Experten können Arbeitsabläufe mithilfe sensorbestückter Anzüge, Bewegungserfassungssystemen und Teleoperation demonstrieren. Anschließend führen Roboter die Aufgaben aus, während ihre Sensoren Bewegungen, physischen Kontakt und die Ergebnisse ihrer Aktionen aufzeichnen. Simulations- und Data-Amplifier-Umgebungen ergänzen auf realen Erfahrungen basierende Variationen und Szenarien. Danach werden die Fähigkeiten an realen Robotern validiert.
Nach Angaben von NEURA lernen Roboter mit Neuron AI, dem multimodalen Basismodell des Unternehmens für Physical AI. Das Modell kombiniert 3D-Sehen, Tastsinn, Audio, den Roboterzustand, Sprache und Gedächtnis. Dadurch kann ein Roboter bei einer Inspektion mehr als nur visuelle Informationen erfassen.
Skalierbarer Ansatz für die Energieinfrastruktur
Die Unternehmen betonen, dass das Projekt über eine einmalige Demonstration hinausgehen soll. Erkenntnisse aus den Tests sollen in die Entwicklung sowohl der Roboterfähigkeiten als auch der Neuraverse-Plattform einfließen. Ziel sind wiederholbar einsetzbare Physical-AI-Anwendungen für die Energieinfrastruktur.
Neuraverse soll das Verwalten und Einsetzen trainierter Fähigkeiten auf kompatiblen Robotern und an zusätzlichen Standorten ermöglichen. Laut Quelle behalten E.ON und enviaM die Kontrolle über ihre eigenen Daten und trainierten Fähigkeiten. Sie entscheiden, ob und mit wem sie diese teilen.
„Humanoide Roboter können gezielt Unterstützung leisten, insbesondere bei körperlich anspruchsvollen Aufgaben oder solchen mit besonderen Sicherheitsanforderungen“, sagte Stephan Lowis, CEO der enviaM-Gruppe. Das Unternehmen erwartet erste praktische Erfahrungen im Laufe des Jahres 2027. NEURA zufolge könnten humanoide Roboter wie 4NE1 künftig Einrichtungen nutzen, die für Menschen gebaut wurden, darunter Umgebungen mit Treppen, Türen, Schaltschränken und Werkzeugen, ohne dass diese Einrichtungen angepasst werden müssen.


