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Bostoner Kanzlei prüft DraftKings wegen KI-gestützter Ansprache von Spielern

4. November 2026, 23:32Quelle: PR Newswire

Die Bostoner Sammelklage-Kanzlei Shapiro Haber & Urmy, LLP teilt mit, mögliche Verbraucheransprüche gegen DraftKings zu prüfen. Das Unternehmen soll Modelle der künstlichen Intelligenz und des maschinellen Lernens eingesetzt haben, um Spieler zu identifizieren, die voraussichtlich Geld verlieren, und sie gezielt mit Werbeaktionen anzusprechen. Nach Angaben der Kanzlei könnte dieses Vorgehen gegen die Nutzungsbedingungen von DraftKings und gegen das Recht von Massachusetts verstoßen haben.

Das Wichtigste in Kürze
  • Shapiro Haber & Urmy, eine Bostoner Kanzlei für Sammelklagen, prüft mögliche Verbraucheransprüche gegen DraftKings.
  • Die Kanzlei wirft DraftKings vor, mit KI und maschinellem Lernen Nutzer mit hoher Verlustwahrscheinlichkeit identifiziert und gezielt mit Werbeaktionen angesprochen zu haben.
  • Dies könnte laut Kanzlei gegen die Datenschutzhinweise von DraftKings, die Glücksspielvorschriften in Massachusetts und das Verbraucherschutzrecht verstoßen haben.
  • Nutzer, die solche Angebote erhielten, auch in Form eines VIP-Status, und Geld verloren, könnten laut Kanzlei Ansprüche haben.
  • Die Mitteilung beschreibt eine Prüfung und Vorwürfe, es liegen weder Gerichtsfeststellungen noch eine Stellungnahme von DraftKings vor.

Was die Kanzlei vorwirft

Nach Angaben von Shapiro Haber & Urmy, einer auf Sammelklagen spezialisierten Boutique-Kanzlei mit Sitz in Boston, setzte DraftKings KI- und Machine-Learning-Modelle ein, um Kundendaten auszuwerten. Ziel sei es gewesen, Spieler zu erkennen, die besonders wahrscheinlich Geld verlieren oder weiterspielen, und diese Nutzer dann mit Werbeaktionen, Anreizen und Benachrichtigungen anzusprechen, die zu mehr Wetten animieren sollen. Der erklärte Zweck war laut Kanzlei, den Umsatz des Unternehmens mit diesen Kunden zu steigern.

Aufgrund ihrer Untersuchung geht die Kanzlei davon aus, dass DraftKings ein Modell entwickelte, das Nutzer danach bewertete, wie wahrscheinlich Werbeangebote sie dazu bringen, mehr zu spielen und mehr Geld zu verlieren. Diese Spieler seien anschließend gezielt mit Aktionen angesprochen worden, so die Kanzlei. Es handelt sich dabei um Vorwürfe und Einschätzungen der Kanzlei, nicht um Feststellungen eines Gerichts oder einer Aufsichtsbehörde. Eine Stellungnahme von DraftKings enthält die Mitteilung nicht.

Datenschutzhinweise und Vorschriften in Massachusetts

Die Kanzlei erklärt, DraftKings habe öffentlich versprochen, Kundendaten zur Förderung verantwortungsvollen Spielens zu nutzen. Stattdessen habe das Unternehmen nach ihren Worten "Kundendaten genutzt, um Verhaltensschwächen zum eigenen Profit auszunutzen". Shapiro Haber & Urmy hält es für möglich, dass dies gegen die Datenschutzhinweise von DraftKings verstieß. Diese hätten der Kanzlei zufolge zugesichert, dass Kundendaten dazu verwendet würden, zu beurteilen, ob Kunden verantwortungsvoll spielen, und Hilfe anzubieten, wenn problematisches Verhalten erkannt werde.

Außerdem verweist die Kanzlei auf die Glücksspielvorschriften in Massachusetts. Diese beschränkten, wie Anbieter von Sportwetten personenbezogene und vertrauliche Informationen ihrer Kunden verwenden dürfen. Zudem untersagten sie den Einsatz von KI, maschinellem Lernen, computergestützten Algorithmen oder automatisierten Entscheidungssystemen zur Bewerbung von Wetten oder Werbeangeboten, wenn bekannt sei oder vernünftigerweise zu erwarten sei, dass diese Systeme das Glücksspiel suchtfördernder machen. Das Vorgehen könnte nach Auffassung der Kanzlei außerdem gegen das Verbraucherschutzrecht von Massachusetts verstoßen haben.

Wer betroffen sein könnte

Die Kanzlei fordert DraftKings-Nutzer auf, sich zu melden. Wer solche Werbeangebote erhalten hat, auch in Form eines VIP-Status, und auf der Plattform von DraftKings Geld verloren hat, könnte demnach einen Anspruch haben. Interessierte Nutzer können Shapiro Haber & Urmy LLP unter (617) 439-3939 kontaktieren.

Die Mitteilung beschreibt eine Prüfung, keine eingereichte Klage. Sie nennt weder, wie viele Nutzer betroffen sein könnten, noch, welcher Schadenersatz gefordert werden könnte oder ob es zu einem Verfahren kommen wird.

Warum das wichtig ist

Die Vorwürfe berühren eine Frage, vor der Anbieter von Sportwetten stehen: Wie weit dürfen sie gehen, wenn sie KI auf Kundendaten anwenden, um die Nutzung zu steigern, und zugleich verantwortungsvolles Spielen versprochen haben? Die Argumentation der Kanzlei stützt sich auf den Gegensatz zwischen dem, was DraftKings mit personenbezogenen Daten zu tun versprochen hat, und dem, was das Unternehmen ihrer Ansicht nach tatsächlich getan hat. Ob die Vorwürfe Bestand haben, hängt von Tatsachen ab, die die Mitteilung nicht liefert. Für DraftKings-Kunden in Massachusetts ist der Aufruf ein Zeichen dafür, dass eine Kanzlei mögliche Anspruchsteller sammelt.

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